Gebäudebrand in Pfaffen-Schwabenheim

Gebäudebrand in Pfaffen-Schwabenheim

Datum: 14. Juni 2022 um 23:58
Einsatzart: Brand 3
Einsatzort: Pfaffen-Schwabenheim
Einsatzleiter: P. Eberl
Mannschaftsstärke: 6
Einheiten: FF Pleitersheim, FF Biebelsheim, FF Frei-Laubersheim, FF Hackenheim, FF Pfaffen-Schwabenheim, FF Volxheim, FF Bad Kreuznach, FF Sprendlingen, FF Gensingen, FF Badenheim, FF Rüdesheim, ASB Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizeiinspektion Bad Kreuznach


Einsatzbericht:

Kaum zwei Stunden nachdem der Verkehrsunfall in Pleitersheim abgearbeitet worden war, ertönten wenige Minuten vor Mitternacht erneut die Rufmelder. Unter dem Stichwort B3 – der höchsten Alarmstufe bei einem Brandeinsatz – wurden die Kameradinnen und Kameraden in das Gewerbegebiet nach Pfaffen-Schwabenheim beordert. Schon auf der Anfahrt waren eine massive, schwarze Rauchsäule und die hoch auflodernden Flammen auszumachen.

An der Einsatzstelle angekommen erwartete die Feuerwehrleute ein wahres Inferno. Die Halle einer Wäscherei stand im Vollbrand und aus den bereits geborstenen Fenstern schlugen meterhohe Feuerzungen. Als zweite vor Ort eingetroffene Wehr begannen die Pleitersheimer Feuerwehrleute sofort mit dem Aufbau eines Löschangriffs; – Wasserentnahmestelle Unterflurhydrant. Noch während die Schläuche ausgerollt wurden, informierte ein aus dem Hof hinter dem Gebäude herbeieilender Polizist über eine weitere Gefahrenquelle: Unmittelbar neben der brennenden Halle standen zahlreiche, mit verschiedenen Chemikalien gefüllte Fässer. Warntafeln wiesen den Inhalt als giftig, ätzend und umweltschädlich aus. Um ein Übergreifen der Flammen auf die Fässer zu verhindern, wurden diese sowie die punktuell schon rot glühende Metallwand des Gebäudes mit großen Mengen Wasser gekühlt. Aus nachfolgenden Einheiten kamen mit Atemschutz ausgerüstete Kameraden zur Unterstützung herbei und zogen die Fässer aus dem Gefahrenbereich. Ein Austritt potentiell gefährlicher Chemikalien konnte somit erfolgreich unterbunden werden.

Gemeinsam mit den Drehleitern aus Gensingen und Bad Kreuznach und eines mit Monitor (Wasserwerfer) ausgerüsteten Tanklöschfahrzeugs aus Rüdesheim wurde die brennende Halle durch die Angriffstrupps von allen Seiten in die Zange genommen; – insbesondere um eine Brandausbreitung auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Die Wasserversorgung zu den Pumpen stabil zu halten erwies sich dabei mit Blick auf die benötigte Wassermenge zum Betrieb aller eingesetzten Strahlrohre als schwierig. Ergänzend wurde daher der Appelbach als weitere Wasserquelle über eine lange Schlauchleitung angezapft.

Zur Absicherung und Unterstützung (Verpflegung) der Feuerwehrleute waren mehrere Einheiten des Katastrophenschutzes im Einsatz. Auch ein Fachberater für Statik des Technischen Hilfswerks (THW) wurde hinzugezogen, da die tragende Stahlkonstruktion des Gebäudes aufgrund der enormen Hitze nachgab und Teile der Halle einstürzten.

Zwischen 3.00 und 4.00 Uhr war der Brand schließlich soweit unter Kontrolle, dass Bagger mit dem Abriss noch stehender Gebäudeteile beginnen konnten, um Zugang zu unter den Trümmern schwelenden Glutnestern zu erhalten. Die langwierigen Nachlöscharbeiten begannen. Nach und nach wurden nicht mehr benötigte Einheiten von der Einsatzstelle abgezogen, bis nurmehr die Einheiten Hackenheim und Pleitersheim verblieben. Als erste Brandwache hatten sie den Auftrag, ein mögliches Wiederauflodern der Flammen zu verhindern. Abgelöst wurden beide Wehren um 10.00 Uhr von der Einheit Pfaffen-Schwabenheim.

Für die Kameraden der Pleitersheimer Wehr standen nun verschiedene Nacharbeiten an wie das Betanken des Fahrzeugs, der Aggregate und der Reservekanister. An der Schlauchwerkstatt wurden zudem die an der Einsatzstelle als Sicherung verbliebenen Materialien ersetzt. Der Einsatz endete final mit der Rückkehr in das Pleitersheimer Gerätehaus nach beinahe 12h Dauer gegen 11.30 Uhr.

In Summe waren 153 Einsatzkräfte verschiedener Hilfs- und Rettungsorganisationen vor Ort. Zwei Feuerwehrleute wurden während des Einsatzes leicht verletzt und vorsorglich in ein Krankenhaus verbracht, konnten inzwischen aber wieder entlassen werden.

Großbrand PF 14.06 (3)

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