Realitätsnahe Übung in Technischer Hilfe

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(© FF Pleitersheim)

Neben dem Brandschutz stellt die ‘allgemeine technische Hilfe’ eine der zentralen Aufgaben der Feuerwehr dar, denn – wie auch die Statistik der Einheit Pleitersheim zeigt – diese Einsatzform bedingt rund die Hälfte aller Alarmierungen. Insbesondere Verkehrsunfälle konfrontieren die Einsatzkräfte dabei mit einer Vielzahl an Herausforderungen. Je nachdem, ob ein Fahrzeug auf den Reifen steht, auf der Seite oder gar auf dem Dach liegt, kommen unterschiedliche Rettungstechniken zum Einsatz; – und auch diese können selten nach ‘Schema F’ angewandt werden, sondern bedürfen meist der, nicht selten kreativen Anpassung durch die verantwortlichen Führungskräfte. Hinzu kommen Faktoren wie die Fahrzeugart, PKW oder LKW, das Modell und nicht zuletzt äußere Umstände, etwa austretende Gefahrstoffe und das Wetter.

Am Samstag, den 14. Januar, fuhren die Wehren aus Pfaffen-Schwabenheim und Pleitersheim daher am frühen Morgen nach Planig, um auf dem Gelände der Firma Bott Abschleppdienst GmbH gemeinsam mit dem Rettungsdienst – Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst – den Ernstfall zu erproben. Unter fachkundiger Anleitung und Beobachtung eines erfahrenen Kameraden der Wiesbadener Berufsfeuerwehr stellten sich die Übungsteilnehmer zwei unterschiedlichen Szenarien.

Zunächst musste eine bewusstlose Person aus einem auf dem Dach liegen gebliebenen PKW befreit werden. Der Zustand des Patienten verschlechterte sich indes rapide, bis der Rettungsdienst schließlich gar meldete: Atemstillstand! Aus der geplanten ‘schonenden Rettung’ wurde kurzerhand eine sogenannte Crashrettung, wobei der Patient sofort und unter Inkaufnahme möglicher weiterer Verletzungen aus dem Unfallfahrzeug gezogen wurde. Dieser erste fiktive Einsatz nahm rund 45 min. in Anspruch.

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(© FF Pleitersheim)

Nach kurzer Pause folgte das nächste Szenario. Zwei PKW waren miteinander kollidiert, ein Fahrzeug lag auf der Seite und mit dem Dach gegen ein Mauerstück gelehnt. In jedem Fahrzeug befand sich je eine eingeklemmte Person. Zudem hatte sich Kraftstoff entzünden und ein Feuer drohte die Fahrzeuge zu erfassen. Mittels des Schnellangriffs konnte der Brand rasch unter Kontrolle gebracht werden. Direkt im Anschluss teilten sich sowohl die Feuerwehrleute wie auch die Sanitätskräfte in zwei Gruppen auf, um parallel an der Befreiung beider Unfallopfer zu arbeiten. Wie auch bei der ersten Übung konnte dieses Ziel nach etwa 45 min. – beginnend ab der Alarmierung – erreicht werden.

Beide Übungen stellen durch ihren hohen Realitätsgrad wertvolle Erfahrungen für alle beteiligten Einsatzkräfte dar. Gleichwohl die Ziele erreicht und die Unfallopfer erfolgreich gerettet wurden, steckt der Teufel häufig im Detail. Und so helfen die Übungen Feuerwehrleuten wie Sanitätern dabei, dass es im Ernstfall vielleicht noch ein wenig schneller geht.

Wir von der Freiwilligen Feuerwehr Pleitersheim bedanken uns bei der Fa. Bott GmbH sowie bei den Kameraden der Wehr aus Pfaffen-Schwabenheim für die Ausrichtung der Übung.

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(© FF Pleitersheim)

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